Gesundheit - eine Frauensache
Die Frauengesundheitsbewegung begann in den 70er Jahren mit einer
vehementen Kritik an der Gynäkologie. Zentrale Themen waren
das Recht auf Abtreibung, die auffällig gehäuften Gebärmutterentfernungen
ohne medizinische Indikation und die Missachtung des weiblichen
Körpers in der Schulmedizin. Die Frauenbewegung setzte Aktionen
zum Erlernen der Selbstuntersuchung und Selbsthilfe dagegen, damit
Frauen das Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper zurückerobern
können.
Seither hat die Frauengesundheitsbewegung mit ihren zahlreichen
frauengerechten Beratungsangeboten und den daraus resultierenden
Erfahrungswerten die Ansprüche und Bedürfnisse von Frauen
an ein Gesundheitssystem analysiert und erweitert. Die Praxis hat
gezeigt: eine Medizin, die einerseits die geschlechtsspezifischen
Differenzen ignoriert, andererseits den Körper der Frau und
seine natürlichen Lebensphasen Pubertät, Schwangerschaft
und Wechseljahre pathologisiert, wird den Ansprüchen von Frauen
an das Gesundheitssystem nicht gerecht. Diese Erkenntnisse hat die
Frauengesundheitsforschung eindrücklich belegt.
Das Frauengesundheitszentrum Nürnberg plant eine eigene
Gesundheitsreform für Nürnbergs Frauen
Sie können sich heute schon darüber informieren, damit
Sie Ihre ÄrztInnen und Krankenkasse rechtzeitig darauf
ansprechen können, um in den Genuss der neuen Leistungen zu kommen.
z.B. im Bereich der Prävention:
· pro Quartal wird Ihnen ein Kurs zur Prävention von Krankheiten
von der Krankenkasse bezahlt. Sie können den Kurs in einer von
Ihnen ausgewählten Einrichtung absolvieren. z.B. der Lauftreff
des Kulturladens Ziegelstein zur Vorbeugung von Osteoporose oder der
Beckenbodenkurs im Frauengesundheitszentrum zur Verhinderung einer
Gebärmuttersenkung oder der Bauchtanzkurs im Bildungszentrum
bei unerfülltem Kinderwunsch.
· die geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung für
Mädchen und Jungen an den Schulen wird in die Lehrpläne
mit aufgenommen. Sie beinhaltet: eine bessere Körperwahrnehmung
entwickeln, das Selbstbewusstsein fördern, soziale Kompetenzen
erlernen zur gegenseitigen Unterstützung, Aufklärung und
Information über Ernährung und Umgang mit natürlichen
Ressourcen und vieles mehr.
· Die Rahmenbedingungen für ein gesundes Leben werden nachgebessert:
* ab sofort werden ausreichend Kindergarten- und Krippeplätze für
alle Kinder geschaffen (= Vorbeugung von Stresssymptomen bei
berufstätigen Müttern)
* es werden explizit frauenfreundliche Arbeitsplätze geschaffen, um
Frauen den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu ermöglichen
* Unterstützung alternativer Wohnformen für alleinerziehende Frauen
(= Vorbeugung von Depressionen)
* alle staatlichen und kommunalen Einrichtungen bemühen sich um die
effektive Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes für Frauen (=Vorbeugung
von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen)
* es wird eine Kommission gebildet, die für die Entwicklung von
frauen- und kinderfreundliche Stadtstrukturen zuständig ist
* sozial benachteiligte Kinder erhalten ausreichenden Förderunterricht,
um ihnen eine angemessene Bildung zu garantieren
z.B. Beratungen und Informationen
· Beratungen in unabhängigen Beratungsstellen wie z.B. das
Frauengesundheitszentrum, Pro Familia oder die Patientenstelle,
zur Orientierung über Früherkennung, Diagnosemöglichkeiten und
Behandlungsmethoden werden von den Krankenkassen bezuschusst -
die Beratungsstellen informieren über gängige Untersuchungs-
und Behandlungsmethoden und klären über deren Notwendigkeit auf.
· Sie können jeder Zeit eine zweite oder dritte Meinung von einer
Ärztin/einem Arzt einholen, besonders wenn es um bevorstehende
gynäkologische Operationen geht.
· Jedes Informationsgespräch, z.B. über die Vor- und Nachteile einer
langfristigen Hormonersatztherapie in den Wechseljahren, bei der
Ärztin/beim Arzt wird von den Kassen ausreichend honoriert.
z.B. Qualitätsförderung bei den MedizinerInnen
· Sie können Ihre Ärztin/Ihren Arzt jederzeit auf deren letzte Fort- oder
Weiterbildung in bestimmten Spezialgebieten ansprechen. Denn die Ärztinnen/Ärzte
sind dazu verpflichtet, sich laufend fortzubilden, um weiterhin mit den
Kassen abrechnen zu können.
z.B. Naturheilkunde
· Wenn Sie an chronischen Erkrankungen wie z.B. Endometriose,
Menstruationsbeschwerden etc. leiden, übernehmen die Kassen ab sofort die Kosten
für naturheilkundliche Behandlungen, die Ihnen Erleichterung oder Heilung
gebracht haben.
z.B. Kostensenkung
· Der Bund konnte davon überzeugt werden, mehr Gelder in die Ursachenforschung
von Erkrankungen (Brustkrebs, Endometriose) zu stecken, damit diesen Krankheiten
gezielt vorbeugt werden kann. Dies würde die Krankenkassenkosten enorm senken,
da aufwendige und teilweise ineffiziente Früherkennungsuntersuchungen wie z.B.
die Mammografie nur noch in geringen Maße notwendig wären.
· Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch wird in Zukunft von ihren Ärztinnen
die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe empfohlen, da deren Erfolgsrate um bis zu
50 % höher liegt als die der immens Kosten fressenden Reproduktionsmedizin
· und übrigens: die Medikamente werden billiger, da die Pharmaindustrie
zähneknirschend eingestanden hat, in den letzten Jahrzehnten aus reiner
Profitgier die Preise hochgetrieben zu haben - dies wird die Krankenkassen um
Millionen-Beträge entlasten.
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